Aus dem Nähkästchen
…ist ein Projekt, mit dem wir generationenübergreifend Lebensgeschichte(n) erzählen wollen. Die Idee dafür ist im Vorfeld des Chemnitzer Kulturhauptstadtjahres entstanden. Die Redewendung „aus dem Nähkästchen plaudern“ ist dabei die Anregung für den Projektarbeitstitel gewesen. Die Textilindustrie in Chemnitz und der Region stellte schließlich einst einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar (und ist es teilweise heute noch).




Wir wollten das Thema „Umbrüche“ am Beispiel der Wende für Schüler:innen des Agricola-Gymnasiums greifbar machen. Die Wende hat tiefgreifende Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Das Ende vieler großer Industriebetriebe in Karl-Marx-Stadt hat biographische Umbrüche mit sich gebracht, die jede und jeder Betroffene anders erlebt hat. Verlust der Arbeit, Veränderungen im Stadtgefüge und der privaten Lebenswelt prägen viele Chemnitzer: innen bis heute. Demgegenüber steht eine junge Generation, für welche die „Wende“ ein abstrakter Begriff ist, der meist keine tiefere Bedeutung besitzt. Mit unserem Projekt haben wir eine Brücke zwischen den beiden genannten Personengruppen gebaut. Die Tandems aus Jugendlichen und Senioren sind im persönlichen Gespräch mit Toleranz und Empathie aufeinander zugegangen.
Begleitet wurden die Tandems von der erfahrenen Journalistin Margitta Zellmer. Sie fungierte als Mentorin, gab Tipps und fasste die entstehenden Interviews am Ende redaktionell zusammen. Als Ergebnis sind 2024 sieben ganz unterschiedliche Porträts entstanden, welche die Persönlichkeiten und ihre Erlebnisse rings um die Wendezeit beleuchten.
Der positive Verlauf des Projekts und die Resonanz der Teilnehmer:innen (jung und alt) haben uns darin bestärkt, das „Nähkästchen“ fortzuführen. Die neun Schülerinnen haben zudem signalisiert, dass sie bei einer Fortsetzung ihr Wissen und vor allem ihre Erfahrungen an die nächsten Projektteilnehmer:innen weitergeben würden. Und so begann im Sommer die Fortsetzung des Projekts mit dem neuen Schwerpunkt „Frau sein/ Mann sein in der DDR“.
Diesmal haben sich zehn Schülerinnen und ein Schüler der Klassen 9 bis 11 vom Agricola-Gymnasium mit Frauen und Männern zusammengefunden, welche ihre berufliche und familiäre Entwicklung in der DDR erfahren haben. Entstanden sind neun Porträts von Menschen, deren Lebenswege ganz unterschiedlich verlaufen sind. Aus Datenschutzgründen können wir an dieser Stelle nur acht dieser Geschichten veröffentlichen.
Nähkästchen 2024 – Erlebnisse in der Wendezeit
Nähkästchen 2025 – Frau sein/ Mann sein in der DDR




